Biomechanische Tattoos - kostenlose Motive und Designs



Biomechanisches Tattoo
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Als "Biomechanik" wird in der Tattoo-Szene eine künstlerische Stilrichtung bezeichnet, die von dem Schweizer Surrealisten Hansruedi Giger ins Leben gerufen wurde und sich seit einiger Zeit steigender Popularität erfreut.

In ihr werden biologisch-organische Elemente mit mechanischen Teilen oder Situationen verknüpft, beispielsweise die Kombination des menschlichen Körpers mit technischen Details. Daraus entstehen äußerst plastische und durchaus auch optisch ansprechende Phantasiegebilde, nicht selten mit einer besonderen Betonung des Erotischen.

Von Experten werden Giger`s Bilder und Skulpturen der künstlerischen Stilrichtung des "Surrealismus" und des "Phantastischen Realismus" zugeordnet, wobei Einflüsse der "Wiener Schule" erkennbar sind. Obwohl sie zweifellos eine hohe ästhetische Ausstrahlung besitzen, werden die Kreationen Hansruedi Giger`s von manchen Menschen aufgrund ihres bizarren Inhaltes als morbide und zutiefst abstoßend empfunden. Ungeachtet dieser Tatsache bereicherte Hansruedi Giger insbesondere die Jugendkultur der 90er Jahre mit seinem Schaffen, und seine Werke erfreuen sich nach wie vor stetiger Beliebtheit.

Biomechanik Tattoos entstanden dank H.R. Giger



Der im schweizerischen Chur geborene Künstler, der ursprünglich in Zürich Architektur und Industriedesign studierte, begann dieser den 60er Jahren mit seinem Studium. In den 90er Jahren widmete er sich ausschließlich der Erschaffung von Skulpturen.

Hansruedi Giger wurde durch den Oscar, den er im Jahre 1980 in der Kategorie "Best Achievement for Visual Effects" für die gestalterische Arbeit für Ridley Scotts Film "Alien" gewann, weltberühmt. In den darauffolgenden Jahren wirkte er bei einer Reihe weiterer Filmprojekte mit, unter anderem bei "Poltergeist II", "Alien III" und dem MGM-Film "Species". Hansruedi Giger trat zudem als Herausgeber mehrerer Bücher und der Hörbuchreihe "H.R. Giger`s Vampirric" in Erscheinung. Hansruedi Giger`s erster bebilderter Roman erschien im Jahre 1998 mit dem Titel "The Mystery of San Gottardo".

Tattoo-Motive mit biomechanischen Elementen



Tattoos Biomechanik
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In besonderer Weise bekannt wurde Hansruedi Giger nicht zuletzt auch durch eine Vielzahl an Plattencover, die der Schweizer für eine Reihe namhafter Bands entwarf.

Unter anderem für "The Shiver", "Emerson, Lake and Palmer", "Magma", "Island", "Debbie Harry", "Celtic Frost", "Dead Kennedys", "Pankow", "Steve Stevens", "Atrocity", "Sacrosanct", "Danzig", "Carcass", "Hide" und "Dr. Death". Die Cover zu Debbie Harry`s LP "Koo Koo" und für Emerson, Lake and Palmers "Brain Salad Surgery" gelten als eine der hundert besten Plattencover-Gestaltungen der bisherigen Musikgeschichte.

Angesichts der allgemeinen Popularität und nicht zuletzt auch der den Motiven inne haftenden Thematik wegen ist es nicht verwunderlich, dass Hansruedi Giger`s Werke letztendlich auch die Tattoo-Szene erreichten und somit den Weg in die Studios als Biomechanische Tattoos fanden. Denn das Tätowieren an sich ist eine bizarre Form der Ästhetik, und Hansruedi Giger`s erotisch angehauchte Werke sind es gleichermaßen. Zudem huldigen sie, wenn auch auf eine surreale Weise, ebenso dem Körperkult. Die Motive bieten sich geradezu an, unter die Haut gestochen zu werden. Hansruedi Giger`s skurrile Schöpfungen sind für die Zielgruppe der Tätowierwilligen daher wie geschaffen. Sie beflügeln die Phantasie, schmücken und schmeicheln dem Körper aufgrund ihrer plastischen und oftmals kurvenreichen Darstellungsweise. Zudem wecken sie die Neugierde des Betrachters und somit das Interesse am malerisch gestalteten Körper. Kurzum, sie ziehen die Blicke auf sich. Doch wie dem auch sei, die Verwendung "biomechanischer" Vorlagen entspricht, ähnlich der Verwendung von Tribals, wie beispielsweise dem legendären "Arschgeweih", einem Trend, und alle Moden sind bekanntermaßen relativ kurzlebig. Niemand weiß mit Bestimmtheit, wie sich die "Biomechanik" in der Tattoo-Szene weiterentwickeln wird, ob sie letztendlich zum allumfassenden Trend avanciert oder wie bislang nur einer bereits sehr großen Anhängerschaft vorenthalten bleibt. So ist die "Biomechanik" weder das geeignete Stilmittel für Traditionalisten, noch für jene Individualisten, die sich dauerhaft auf eine besondere Art von der Masse abheben wollen.


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